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Imperfektionismustraining

Ich bemerke ein paar Rechtschreibfehler in meinem Text. Da ist sofort der Impuls da mit dem Kursor an die entsprechenden Stellen zu gehen und diese Fehler zu verbessern. Ich entscheide mich stattdessen einen neuen Abschnitt zu beginnen und etwas über Fehler und Perfektionismus und villeicht auch noch über Scham zu schreiben.
Ich bemerke eine rote Linie im vergangenen Satz. Der Impuls den Fehler zu verbessern; wo ist der eigentlich? Ist das nur ein Gedanke? Ich mache ein Experiment: Ich schaue mit den Augen auf die roten Linien in meinem Text und fokusiere mich gleichzeitig auf meine Körperempfindungen. Ich nehme ein leichtes Zucken in den Beinen war. Da sind noch andere Körperempfindungen. Ich bemerke, wie mein Kopf darüber nachdenkt, welche der Körperempfindungen wohl zu meinem Wunsch, die Fehler verbessern zu wollen gehören und welche nicht. AH, da fehlt ein Komme im letzten Satz. Oh, nein, Ich habe Komma mit „e“ am Ende anstatt mit „a“ geschrieben. Ich verbessere die Fehler nicht. Ich lasse sie da sein. Fehler machen gehört zum Leben. Die Beine, die Zucken wollen wegrennen. Angst. Angst davor Fehler zu machen, zu scheitern, schlecht da zu stehen. Die sitzt tief in mir, macht es mir schwer zu schreiben, mich zu zeigen mit dem was mir wirklich wichtig ist, meine Angebote in die Welt zu bringen. Ich mach es jetzt trotzdem. Hier kommt mein Tip für alle die beim Schreiben unter Perfektionismus leiden: Schreib mal eine halbe Seite einfach drauf los. Egal was kommmt. Nur für dich. Die „Backspace Taste“ ist dabei verboten. Wenn du stockst, schriebe einfach darüber dass du stockst. Schau mal wie es dir noch der halben Seite geht.

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Veröffentlichung

So, 18. Februar 2024

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